"Psychologen? Das sind doch die, bei denen man auf der Couch sitzt und von seiner Kindheit erzählt." Na ja, so ähnlich vielleicht. Dass viele Menschen ein sehr begrenztes Bild vom Berufsspektrum des*der Psycholog*in haben, liegt wohl nicht zuletzt an der ausnahmslosen Popularität von Sigmund Freud, der mit seinem psychoanalytischen Ansatz stark den gesellschaftlichen Eindruck prägte. Trotz der enormen Vielfalt an Arbeitsfeldern, welche einem eines Tages als studierte*r Psycholog*in offen stehen, erfreut sich dennoch allgemein der klinische Bereich selbst unter Studierenden großer Beliebtheit. Zumindest gibt ein Großteil der Studierendenschaft „Psychologischer Psychotherapeut*in“ als wünschenswertes Berufsziel an.

Ich gebe offen und ehrlich zu, dass dieser Wunsch bei mir noch nicht eindeutig zu greifen ist. Ich habe bisher keine klaren Vorstellungen davon, womit ich mir in zehn Jahren die Brötchen verdienen möchte. Aber als junger Erwachsener, der noch mitten im Bachelor-Studium steht, ist es sicher nicht verkehrt, sich seiner Jugend und der darin integrierten Möglichkeiten bewusst zu werden. Es sind nicht umsonst neun Wochen Praktikum ins Studium eingespannt, um diese Zeit nicht auch zum Ausprobieren zu nutzen.

Daher habe ich mich dazu entschieden, zwei Drittel dieser Episode für den Bereich zu investieren, der sowieso am beliebtesten ist. Irgendwas muss die Leute ja daran faszinieren, sich tagtäglich die Probleme anderer Menschen anzuhören. Die folgenden sechs Wochen meiner wertvollen Semesterferien habe ich also in einer psychotherapeutischen Praxis verbracht. Das InVivo-Institut für Verhaltenstherapie in Dresden bot mir die Möglichkeit, erste klinische Erfahrungen zu sammeln und einen guten Eindruck über die Arbeit eines*r Psychotherapeut*in zu gewinnen. Die Praxis verfolgt unter der Leitung von Dipl.-Psych. Jeannette Mätzold vorrangig das Konzept der Gruppentherapie kombiniert mit deutlich seltener stattfindenden Einzelsitzungen mit den Patient*innen. In den Gruppen findet neben Psychoedukation auch interaktioneller Austausch zwischen den Teilnehmenden statt, um u.a. den Effekt des Modelllernens zu nutzen. So profitieren auch Patient*innen von Gruppensitzungen, in denen sie weniger aktiv zur Konversation beigetragen haben. Alle Maßnahmen werden unter verhaltenstherapeutischer Perspektive geführt und liegen damit auch kongruent mit meinen eigenen Überzeugungen.

Als Praktikant wurde ich gleich zu Beginn sehr herzlich in die Kolleginnenschaft aufgenommen. Das junge Team gab mir genug Freiraum, um mich an meinem neuen Arbeitsplatz einzufinden, und stand immer offen für Fragen bei der Aufgabenbewältigung. Durch dieses Vorgehen entfiel eine etwaige Überforderung in der ersten Arbeitswoche und sorgte für ein angenehmes Arbeitsklima. Ich durfte mir meine Zeit flexibel einteilen und selbst darüber bestimmen, welche Erfahrungen ich sammeln und wobei ich mich ausprobieren möchte. Ich ergriff somit einige Male die Gelegenheit, an Erstgesprächen im Einzelnen sowie an Gruppensitzungen teilzunehmen. Ich lernte dadurch viele Menschen mit den unterschiedlichsten Störungsbildern und Bewältigungsstrategien kennen, wodurch zugleich eine Illustration meines theoretischen Hintergrundwissens erfolgte. Des Weiteren beobachtete ich aufmerksam angewandte Gesprächstechniken der Therapeutinnen und die sich daran anschließenden Reaktionen der Patient*innen. Im Gegenzug arbeitete ich meinen Kolleginnen häufig bei der Protokollierung zu und verlautete meinen persönlichen Eindruck von der Sitzung in einem privaten Gespräch im Anschluss. Zuweilen war es mir möglich, aktiv in die Therapie einzugreifen, indem ich bspw. die Progressive Muskelrelaxation unter Supervision zu Beginn der Sitzung durchführte. Diese ist Bestandteil jedes Gruppentermins und soll zu einer Senkung der Grundanspannung dienen. So soll es den Teilnehmenden im Nachhinein leichter fallen, mit belastenden Themen in der Gruppe umzugehen und diese zu verarbeiten.

Außerhalb der Therapiestunden erklärte ich mich gern dazu bereit, Testauswertungen vorzunehmen oder Anträge zur Bewilligung von Kurz- und Langzeittherapien zu erstellen. Zusätzlich konnte ich das Team bei kleineren Bürotätigkeiten entlasten sowie das Praxismanagement am Empfang vertreten. Ich lernte dadurch, z.B. den Umgang mit Anrufer*innen reibungsloser zu gestalten sowie eine fundamentale Aufmerksamkeit für die ankommenden Patient*innen und ihre Anliegen zu entwickeln. Gab es einmal Zeitspannen ohne konkrete Aufgaben, bediente ich mich mit Vergnügen in der hauseigenen Bibliothek und las mir störungs- und therapierelevante Inhalte an.

Zweifellos hätte ich sehr gern mein Praktikum verlängert, um noch mehr Aufgaben zu übernehmen, mich aktiver zu beteiligen und wichtige praktische Eindrücke zu sammeln. Leider ließe sich das aufgrund des baldigen Vorlesungsbeginns logistisch nicht umsetzen. Ich bin jedenfalls sehr froh, sechs Wochen hier verbracht haben zu dürfen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und kann nun immerhin mit Sicherheit sagen, die Psychotherapeuten-Karriere für meinen weiteren Berufsweg zumindest nicht auszuschließen. Für eine eindeutige Entscheidung fehlen mir jedoch Erfahrungen in anderen Berufsfeldern, weshalb ich zukünftig weitere Praktika anstrebe.

Ich danke meinen Kolleginnen ganz herzlich für die freundliche Aufnahme in ihr Team und die vielen interessanten Eindrücke, die in der Zusammenarbeit entstanden sind. Ich wünsche ihnen weiterhin alles Gute für die Zukunft und viel Erfolg bei der Behandlung weiterer hilfsbedürftiger Patient*innen. Man sieht sich immer zweimal im Leben. Bis dahin!

Im Rahmen meines Psychologiestudiums war ich ab Oktober 2016 sechs Monate lang als Praktikantin im InVivo-Institut tätig. Ich arbeitete zwei Tage die Woche in der Freiberger Praxis und zwei weitere Tage in der Dresdner Praxis für Verhaltenstherapie. Meine Aufgaben nahmen im Verlauf des Praktikums zu und boten mir vielfältige Einblicke in die psychotherapeutische Arbeit mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Zunächst bestanden meine Tätigkeiten hauptsächlich aus der Hospitation in Erstgesprächen, dem Vorbereiten von Therapiematerialien, der Auswertung von Fragebögen und dem Empfang von Patienten. Um bei Erstgesprächen hospitieren zu können, musste ich Eigeninitiative zeigen und auf Therapeutinnen zugehen, welche immer freundlich reagierten und mir das Hospitieren oft ermöglichten. Nachdem ich bei einem Gespräch hospitiert hatte, besprachen wir oft unseren Eindruck vom Gespräch und ich übernahm meist die Dokumentation des Gesprächs.

Zu der Hospitation in Einzelsitzungen kamen Hospitationen in Gruppentherapien hinzu. In themenoffenen sowie störungsbezogenen Gruppen war ich oft stille Zuhörerin, übernahm aber im weiteren Verlauf des Praktikums auch eine zunehmend aktive Rolle. So führte ich die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson durch, übernahm Teile der Psychoedukation der Gruppenteilnehmer bis hin zur zeitweisen Gesprächsleitung unter Supervision der gruppenleitenden Therapeutin. Zudem wurde ich ermutigt, mich mit Fragen und Anregungen an die Gruppenteilnehmer einzubringen. Mehrere Gruppen konnte ich von Beginn der wöchentlichen Gruppensitzungen an kontinuierlich begleiten, was mir das Miterleben von therapeutischen Prozessen ermöglichte.

Neben der verhaltenstherapeutischen Arbeit mit erwachsenen Patienten lernte ich auch das Gebiet der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie kennen. Ich begleitete ein 10-wöchiges Elterncoaching sowie eine 10-wöchige Kindergruppe, in der die Kinder soziale Kompetenzen üben konnten. Im Elterncoaching hörte ich oft zu, übernahm aber teils auch die Vermittlung von neuen Strategien, welche Eltern im Umgang mit ihren Kindern anwenden können. Zum Ende meines Praktikums vertrat ich schließlich zwei Coaching-Sitzungen für die Systemische Beraterin, welche das Elterncoaching regulär leitete. In der Kindergruppe übernahm ich die Rolle einer Co-Therapeutin, die die leitende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin unterstützte, Gruppenaktivitäten anleitete und auf die Einhaltung der Gruppenregeln achtete. Im Elterncoaching sowie in der Kindergruppe konnte ich mich also ausrobieren und erhielt spannende Einblicke in die verhaltenstherapeutische und systemische Arbeit mit Familien.

Ein letztes Aufgabenfeld während meines Praktikums war die Unterstützung des Praxismanagements durch organisatorische und verwaltende Tätigkeiten, sowie die Vorbereitung von Anträgen an Gutachter vor der Aufnahme einer Psychotherapie. Als Vertretung der Praxismanagerinnen übte ich mich im persönlichen und telefonischen Empfang von Patienten, sowie in der Organisation von Sitzungsterminen. Die organisatorischen Aufgaben nahmen im Verlauf des Praktikums zu, auch da ich die Bereitschaft, solche Aufgaben zu erfüllen signalisierte.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Praktikum im InVivo-Institut. Dies liegt nicht zuletzt am tollen Team bestehend aus Psychologischen Psychotherapeutinnen, einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Praxismanagerinnen, Psychologinnen in der Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin, einer systemischen Beraterin, dem IT-Team und Psychologiestudentinnen, mit denen ich dort arbeiten durfte und die mir viel Wertschätzung und Bestärkung entgegenbrachten.

Für welchen Master soll ich mich entscheiden? Ist die klinische Richtung wirklich etwas für mich? Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, entschloss ich mich ein Psychologiepraktikum im klinischen Bereich zu machen. Leichter gesagt als getan! Man findet im Raum Dresden viele Praktikumsstellen im Bereich der psychologischen Forschung. Die klinischen Praktika hingegen sind eher selten und stark umworben. Ich in meinem Fall hatte Glück, dass ich auf die Stellenausschreibung des InVivo-Instituts gestoßen bin. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch und einem Rundgang durch die Praxis bekam ich die Rückmeldung, ab Juli 2016 mein 12-wöchiges Vollzeitpraktikum bei Jeannette Mätzold und Ihrem Team in der Praxis in Dresden sowie in Freiberg absolvieren zu dürfen.

Meine Zeit in der Praxis lässt sich mit drei Worten sehr treffend beschreiben: lehrreich, spannend und abwechslungsreich. Wenn man einen Einblick in die praktische Tätigkeit von psychologischen Psychotherapeuten bekommen möchte, wenn man sich Informationen zur Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten einholen möchte und wenn man wirklich mit Patienten in den persönlichen Kontakt treten will, dann ist das InVivo-Institut in der Forststraße genau die richtige Adresse.

Die dort beschäftigten Psychotherapeuten sind sehr freundlich, wertschätzend und beantworten geduldig jede Frage, die einem als Praktikant so in den Sinn kommt. So hatte ich über die gesamte Zeit meines Praktikums das Gefühl, ein Teil des Teams zu sein und nicht nur als „Aushilfe“ angesehen zu werden.

Während meines Praktikums wurde mir die Möglichkeit geboten, bei Erstgesprächen mit Patienten zu hospitieren und diese zu protokollieren. Im Anschluss an solch ein Gespräch nahmen sich die Therapeuten die Zeit, damit ich Nachfragen zum Gespräch stellen konnte.

Eine für mich neue und aufregende Erfahrung war die Teilnahme an Gruppentherapiesitzungen. Je nachdem wie viel freie Kapazitäten ich hatte und wie viele Gruppensitzungen gerade liefen, konnte ich an bis zu sechs Therapiegruppen teilnehmen. Im Rahmen dieser gruppentherapeutischen Sitzungen führte ich als Praktikant zu Beginn die Entspannungsübung „Progressive Muskelrelaxation“ durch und protokollierte die Themen während der Gesprächsrunde. Weiterhin lernte ich in diesem Kontext verschiedene Achtsamkeitsübungen, Übungen zur Steigerung des Selbstwertes und Elemente des Autogenen Trainings kennen und führte mit Patienten Rollenspiele durch.

Zu meinen weiteren Arbeitsaufgaben während des Praktikums zählte die Zuarbeit bei den Anträgen für den Gutachter, die Pflege der Patientenakten, die Vorbereitung von Therapiematerialien, die Auswertung von diagnostischen Fragebögen, das Erledigen von administrativen und organisatorischen Aufgaben, sowie das Aushelfen am Empfangsthresen.

Da ich mir meine Arbeitstag frei und flexibel einteilen konnte, fand ich außerdem die Zeit das umfangreiche störungs- und therapiespezifische Literaturangebot in den Praxen in Dresden und Freiberg zu nutzen. Alles in allem kann ich jedem, der in die Praxis eines psychologischen Psychotherapeuten reinschnuppern möchte, ein Praktikum bei J. Mätzold und ihrem Team empfehlen. Bezüglich der Bewerbung sollte man allerdings wissen, dass die Praktikantenstellen bereits am Jahresanfang für das gesamte kommende Jahr verteilt werden. Wer sich also rechtzeitig bewirbt, hat gute Chancen einen Praktikumsplatz zu bekommen.

Ich habe von April bis Juli 2016 ein viermonatiges Praktikum bei InVivo absolviert. An zwei Tagen pro Woche war ich in der Praxis in Dresden tätig und an zwei weiteren Tagen habe ich das Team in Freiberg unterstützt. Meine Aufgaben während des Praktikums waren sehr abwechslungsreich und es wurde mir ermöglicht an allen Tätigkeiten, die mich interessierten, teilzunehmen.

Ich habe in vielen Therapiegesprächen hospitiert, die Sitzungen dokumentiert und anschließend mit dem Therapeuten reflektiert. Neben den Einzelgesprächen habe ich auch in unterschiedlichen Gruppen hospitiert. Nachdem ich das Setting kennengelernt hatte, wurde ich verstärkt in die Gesprächsrunde miteinbezogen und habe am Anfang der Therapieeinheit die Progressive Muskelrelaxation unter Supervision angeleitet. Des Weiteren habe ich die Möglichkeit bekommen, am Reflecting Team sowohl bei Einzelgesprächen als auch bei Familiengesprächen teilzuhaben. Zusätzlich zu der Teilnahme an den Gesprächen habe ich die Therapeuten bei dem Verfassen der Therapieanträge für Gutachter unterstützt. Auch hatte ich den Freiraum mir, mithilfe bereitgestellter Lehrbücher und Informationsmaterialien sowie im Austausch mit den Therapeuten, Wissen über die unterschiedlichen Krankheitsbilder anzulesen. Des Weiteren habe ich bei der Auswertung der diagnostischen Tests mitgeholfen. Neben der rein formalen Auswertung habe ich, aufbauend auf dem vom Patienten ausgefüllten Kurz-Composite International Diagnostic Interview- CIDI, mit ihm ein Interview unter Supervision geführt. In den letzten eineinhalb Monaten durfte ich selbstständig Erstgespräche unter Supervision führen, was für mich eine großartige Erfahrung war.

Zusammenfassend habe ich in viele verschiedene Tätigkeiten eines Psychotherapeuten Einblicke erhalten, Informationen sammeln und eigene Erfahrungen machen können. Hierfür war es erforderlich, dass ich selbstständig arbeite. Dadurch konnte ich mir meinen Tag weitestgehend eigenständig gestalten, wodurch ich mich mit den Aufgabenbereichen, die mich am meisten interessierten, verstärkt beschäftigen konnte. Ich habe die Therapeuten bei InVivo als sehr entgegenkommend empfunden. Sie waren äußerst wertschätzend und haben sich zwischendurch immer wieder Zeit genommen, um mir Fragen bezüglich theoretischer Aspekte oder auch im Hinblick auf konkrete Patienten zu beantworten. Neben dem fachlichen Wissenserwerb habe ich durch den gemeinsamen Austausch viele Informationen zu der Ausbildung und dem Beruf eines psychologischen Psychotherapeuten erhalten.

Ich habe in meiner Praktikumszeit unglaublich viel dazugelernt, mich vielseitig ausprobieren können und durfte Teil eines wirklich tollen Teams sein.

Darstellung der Praxisstelle

Das Praktikum absolvierte ich im InVivo–Institut für Verhaltenstherapie bei meiner Praxisanleiterin Dipl.- Psych. Jeannette Mätzold. Sie ist Psychologische Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Sachverständige für Familiengerichte. Die Praxisstelle hat zwei Standorte: Dresden und Freiberg. Das Team umfasst fünf approbierte Psychologische Psychotherapeutinnen, eine Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin, eine Diplom-Psychologin, vier Diplom-Psychologen/ Psychologinnen in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten, eine Diplom-Psychologin in Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten, zwei Absolventinnen der Psychologie, eine Absolventin der Kommunikationspsychologie sowie zwei Praxismanagerinnen.

In Dresden werden Leistungen für Kassenpatienten, privat Versicherte und Selbstzahler angeboten. Diese umfassen Gruppen- und Einzeltherapie für Kinder und Erwachsene, Paar- und Einzelcoaching für Erwachsene sowie Eltern- und Kindercoaching. Neben einem Führungskräftecoaching besteht auch die Möglichkeit für Unternehmen, Seminare zu gesundheitspsychologischen Themen (Stressmanagement, Burnout) zu buchen. Im Rahmen von familiengerichtlichen Beschlüssen finden zudem Gutachtenerstellungen statt. In Freiberg können Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch betreut werden. Auch hier findet Elterncoaching und Gruppen- und Einzelpsychotherapie statt.


Darstellung meiner Aufgabenbereiche und Tätigkeiten

Ein Tätigkeitsfeld, das mich mein gesamtes Praktikum begleitet hat, war die Zuarbeit zum Gutachten für das Familiengericht Bautzen. In diesem Zusammenhang fasste ich Gespräche zusammen, wertete Tests aus (z. B. Sorge- und Umgangsrechtliche Testbatterie, Beschwerden-Liste und Kurz-Composite International Diagnostic Interview – CIDI). Weiterhin wertete ich Tests zu diagnostischen Zwecken aus (u.a. Verbalgedächtnistest, Konzentrations-Verlaufs-Test, Wiener Matrizen-Test und Sozialphobie- und angstinventar für Kinder). Im Rahmen der psychotherapeutischen Sitzungen hospitierte und dokumentierte ich sowohl Einzel- als auch Gruppensitzungen. In der Kindergruppe wurde ich als Co-Trainerin aktiv. Ich übernahm die Rolle des Till Tigers, eine Handpuppe, die eingesetzt wird, um die kindgerechte Therapie zu begleiten. In den Gruppensitzungen führte ich zusätzlich die Progressive Muskelentspannung bei den Patienten durch. Ich habe die Therapeuten ebenfalls beim Schreiben von Anträgen auf Psychotherapie für den Gutachter unterstützt. Dazu kamen noch vereinzelt kleinere organisatorische Aufgaben wie das Bearbeiten der Internetseite, Verfassen von Artikeln und ähnliches.


Reflexion des Praktikums in seiner Gestaltung und seinem Verlauf

Die Einarbeitungsphase im Institut ist angemessen gestaltet worden. Am Anfang bekam ich genügend Zeit, mich mit den Abläufen und dem Verwaltungssystem auseinander zu setzen und mich daran zu gewöhnen. Ich las viele Sitzungsprotokolle und gutachterliche Anträge, um mich mit den verschiedenen Störungsbildern vertraut zu machen. Nach und nach wurden mir dann kleinere Aufgaben zugeteilt, bis ich dann ab Ende Mai umfassendere Arbeiten wie Testauswertungen oder Gutachtenzuarbeiten gemacht habe. Bei der PMR nahm ich anfänglich innerhalb der Gruppe teil und führte diese dann nach und nach eigenständig unter Supervision durch.


In den ersten zwei Wochen habe ich vor allem in den Therapien hospitiert. Die Therapeuten waren stets offen für mein Dabeisein in den Sitzungen und ich habe mich nett aufgenommen gefühlt. Die Teilnahme an Einzelsitzungen wurde aufgrund meiner Arbeiten in anderen Bereichen im Laufe des Praktikums weniger, das Hospitieren in den Gruppensitzungen war für die Nachmittage immer ein festgesetzter Punkt. In einigen Gruppentherapien fungierte ich als Co- Therapeutin und stellte ab und zu selbst Fragen an die Teilnehmer. In anderen Sitzungen war ich nur stiller Teilnehmer und profitierte dabei ebenfalls enorm. Durch den Austausch mit meinen Kommilitonen habe ich erfahren, dass es durchaus nicht selbstverständlich ist, dass Praktikanten bei den psychotherapeutischen Sitzungen anwesend sein dürfen. Dies liegt unter anderem an der wichtigen Bindung zwischen Therapeut und Patient, die möglicherweise durch einen Dritten gestört werden könnte. Für meine Praktikumsstelle war es von Anfang an kein Problem, dass ich mit in die Sitzungen ging. Daher bin ich dem InVivo- Team sehr dankbar, dass ich so oft hospitieren durfte, denn es hat mir das Feld der Psychotherapie viel näher gebracht. Im Anschluss an jede Sitzung gab es ein Auswertungsgespräch mit dem Therapeuten, sodass ich Eindrücke und Ideen gleich mit ihr bzw. ihm besprechen konnte. Meine Anmerkungen wurden stets wertschätzend entgegen genommen.

Durch den nahen Kontakt zu den Patienten und zu den Therapeuten bekam ich einen sehr genauen Einblick in dieses Arbeitsfeld. Da die klinische Diagnostik keinen Anteil in unserem Studium hat, war ich auf diesem Gebiet am Anfang sehr unerfahren. Meine vielen Fragen zu Abkürzungen oder Therapieansätzen wurden mir immer und zu jeder Zeit beantwortet. Meine Praxisanleiterin hatte stets ein offenes Ohr für mich und ermutigte mich zum Ausprobieren. Sie gab mir in meinen Aufgaben viel eigenen Handlungsspielraum, was sich sehr positiv auf meine Arbeit auswirkte. Ich hatte in meiner Praxisstelle Zugang zu Fachliteratur, sodass ich während meines Praktikums auch eigene Literaturrecherchen zu relevanten Themen betreiben konnte.

Ich habe einen sehr guten Eindruck vom Arbeitsablauf einer psychotherapeutischen Praxis gewinnen können. Ich habe auch eine viel bessere Vorstellung davon, wie eine Verhaltenstherapie abläuft. Mein Wissen darüber konnte ich also definitiv steigern, jedoch reichte die Zeit des Praktikums nur für einen sehr geringen Wissenserwerb aus. Mir ist aber im Nachhinein auch bewusst, dass drei Monate nie ausreichen, um ein Arbeitsfeld wirklich und in seiner Ganzheit zu erfassen. Ich fühle mich jetzt gut eingearbeitet und kann meine Fähigkeiten viel besser einschätzen.